Facebook Twitter RSS
magnify
Home Dossiers Sexting

Sexting

 

Das Thema Sexting ist zur Zeit in vielen Medien vertreten.  Das verschicken von „Selfies“ (Selbstportraits per Foto App oder SMS) ist nicht nur unter Jugendlichen gerade sehr angesagt. Auch Erwachsene mittleren Alters nutzen diese Art der Selbstdarstellung, immer häufiger, um auf sich aufmerksam zu machen.

 

Sexting  setzt sich zusammen aus den beiden englischen Wörtern „Sex“ und „texting“ und bezeichnet den Austausch von selbstproduzierten intimen, erotischen Fotos oder Videos via Handy, Tablet oder Internet.

 

Gerade junge Mädchen gehen immer häufiger leichtsinnig mit freizügigen oder sogar Nacktfotos um.

 

Die Mädels möchten zum einem nicht uncool sein und zum anderen hat sich auch bei vielen das Rollenbild verschoben. Die Werbung wir immer freizügiger, Pornos sind über das Internet leicht verfügbar. Was ist normal in einer Beziehung zwischen Mann und Frau?  Die Mädels kennen es nicht anders und denken es gehört dazu und es ist selbstverständlich dem Partner ein Nacktbild zu senden.

 

Viel entscheidender ist aber das es technisch so leicht umzusetzen ist. 72 % aller Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren (JIM Studie 2013) besitzen ein  Smartphone (internetfähiges Handy). Das heißt wenn ein Freund mich auffordert ein oben ohne Foto zu schicken, dann ist dies blitzschnell gemacht und dieses Foto wird in Sekundenschnelle per WhatsApp, Snapchat, Instagram oder facebook an ihn versendet. Wenn ich mich aber nun von ihm trenne hat er natürlich wunderbares Material in der Hand um mir richtig wehzutun und zu schaden. Denn ab dem Moment, indem der Empfänger das Foto hat, verliere ich die Kontrolle darüber was mit dem Bild passiert.  Er kann das Bild beliebig oft an Freunde, Gruppen oder auch öffentlich teilen. Ist das Bild einmal im Netz ist es nicht wieder löschbar. Unklar bleibt wie oft es bereits geteilt, weiterverbreitet, gespeichert usw. wurde.

 

Die betroffenen Personen sind natürlich sehr verunsichert und gekränkt wenn sie merken, das die ganze Schule und noch andere fremde Menschen diese Bilder gesehen hat. Oft führen diese Fotos zu verherrenden Mobbingsituationen. Aus Scham und oft auch aus Angst vor Verboten (Internetverbot, Handyabnahme) trauen sich die Betroffenen nicht mit ihren Eltern zu sprechen. Für Eltern ist es also wichtig immer in Kontakt mit dem Kind zu bleiben insbesondere was die Mediennutzung angeht. Eine positive Grundhaltung fördert die Kommunikationsbereitschaft des Kindes, vor allem wenn es negative Erfahrungen im Netz oder mit dem Handy macht.

 

 Grundsätzlich sollten sich Eltern im Vorfeld Gedanken machen wie die Medienkompetenz des Kindes zu fördern ist. Wenn ich meinem Sohn ein Fahrrad kaufe, übe ich zwangsläufig die Verkehrsregeln mit ihm ein. Wenn ich meinem Kind ein Smartphone zur Verfügung stelle muss ich auch da die Funktionen und den sicheren Gebrauch üben. Mein Kind muss für mögliche Gefahren sensibilisiert werden und informiert sein welche Handlungsoptionen es gibt.

 

Wenn jedoch der Fall eingetreten ist, sollte man in erster Linie tatsächlich die Polizei (Jugend Koordinator)einschalten und zumindest versuchen die Bilder zu löschen. 100% weg sind die Bilder dadurch aber nicht! Dann gilt es das betroffene Kind wieder aufzubauen und am Selbstbewusstsein zu arbeiten. Es bringt nichts das Kind aus der Klasse zu nehmen oder die Schule zu wechseln. Vielmehr muss man mit dieser Situation versuchen provokant umzugehen. Dem Kind Mut machen das es sich traut vor die Klasse zu treten mit den Worten „Jetzt habet ihr mich alle Nackt gesehen, na und ist das so überraschend? Sehe ich soviel anders aus als ihr?

 

Auch macht es Sinn, in einer solchen Situation zu klären, wer den nun der Peinlichere Akteur ist. Derjenige der sich nackt fotografiert hat oder eher der, der das Bild weitergeteilt hat?

 http://www.projuventute.ch/

http://www.amypink.com/de/leben/20131119163629/41395/sexting-leicht-gemacht-so-verschickt-ihr-nacktfotos-richtig/

(NSFW)