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Social Networks

Dossier: Social Networks – Facebook & Co.

Einführung

So wie die Bezeichnung „Tempo“ als Synonym für Papiertaschentücher steht oder die „Aspirin“ als Begriff für Mittel gegen Kopfschmerzen den Weg in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden hat, etabliert sich im Bereich der social media mit großen Schritten Facebook als Oberbegriff für Social Networks. Betrachtet man die Nutzerzahlen der bekannten Social Networks von 2010 in Deutschland, ist diese Entwicklung auch nicht weiter verwunderlich. Einzig und allein Facebook hat gegenüber dem Vorjahr einen eklatanten Zuwachs seiner User zu verzeichnen, während namhafte Größen wie „wer-kennt-wen.de“, „stayfriends.de“ sowie die „VZ-Gruppe“ (StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ) einen merklichen Rückgang ihrer Besucherzahlen zu verzeichnen haben.

Mit weit mehr als 901 Millionen Benutzern weltweit präsentiert sich Facebook größer, besser, internationaler. Der Vernetzungsgrad der Jugendlichen nimmt bei Facebook andere Formen an: Zeigen sich manche deutsche Netzwerke vor allem regional aktiv („Lokalisten.de“ und „wer-kennt-wen.de“ sind im Süden und Südwesten von Deutschland beliebt) oder zielgruppenorientiert („SchülerVZ“ und „StudiVZ“ richten sich explizit an Schüler oder Studenten – Eltern sind nicht erlaubt), so präsentiert sich Facebook hingegen grenzenlos. Grenzenlos verschmelzen Inhalte von YouTube, Twitter und Co. auf Facebook und grenzenlos sind die Funktionen: Miteinander reden, Nachrichten schicken, Erzählungen schreiben, spielen, sich untereinander verknüpfen. Mehrere tausend Anwendungen gibt es für Facebook.  Keine Grenzen scheint es aber auch bei der Privatsphäre zu geben, denn für alles was der User veröffentlicht, gibt er – laut AGB – seine Rechte ab.

Die Kultur des Social Networking entsteht auf den zahlreichen Online-Plattformen dadurch, dass die Benutzer Profile erstellen und diese präsentieren, Kontakte zu Freunden, Bekannten, Schulkollegen oder Kommilitonen herstellen und sich somit vernetzen. Soziale Netzwerke laden aber auch dazu ein, völlig fremde Personen kennenzulernen. Durch die Darstellung der eigenen Vorlieben und Abneigungen auf der eigenen Profilseite können sich alle Besucher schnell ein Bild über den jeweiligen Benutzer machen. Die Darstellung des eigenen Profils ist der Ausgangspunkt für das Knüpfen von Kontakten, je interessanter das Profil, desto mehr Aktivität wird es rund um die jeweilige Person geben. Aber aufgepasst! Mitunter präsentieren sich vor allem jüngere Benutzer sehr freizügig, wenn es um ihre privaten Daten geht. Fahrlässig werden private Adressen, Telefonnummern, markante Vorlieben und oft Bilder veröffentlicht, die nicht für die Öffentlichkeit geeignet sind.

Neben dem Vernetzen steht die Kommunikation mit den geknüpften Kontakten im Vordergrund. Dafür stehen in sozialen Netzwerken unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: Personen können private oder öffentliche Nachrichten schicken, chatten oder in Foren diskutieren. Außerdem können sie in Form eines Blogs Statusmeldungen, eigene Bilder und Videos, beispielsweise von YouTube, hochladen. Diese wiederrum können von Mitlesern kommentiert, bewertet und weitergeschickt werden.So entsteht ein ständiger Austausch von benutzergenerierten Inhalten (user generated content), dem momentan vorherrschendem Kernelement der heutigen Internetkultur. Die angebotenen Inhalte sind dabei nicht immer für ein jüngeres Publikum geeignet. Vor allem, weil sich die meisten Altersfreigaben für Soziale Netzwerke im Bereich zwischen 12 und 14 Jahren bewegen, jedoch beispielsweise Videos und Bilder von anderen, volljährigen Benutzern nicht gefiltert werden und somit für jeden innerhalb des Netzwerkes frei verfügbar sind. Nur die wenigsten Netzwerke richten sich tatsächlich ausschließlich an volljährige Benutzer.

Allgemeine Informationen zu Sozialen Netzwerken:
Klicksafe.de
https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/social-networks/index.html
Ratgeber Soziale Netzwerke
http://www.arbeiterkammer.at/bilder/d101/RatgeberSozialeNetzwerke.pdf

Die eigenen Daten schützen

Soziale Netzwerke leben davon, dass Informationen über die eigene Person veröffentlicht werden. Logischerweise kann ohne Informations- und Inhaltsaustausch kein Social Networking stattfinden. Es werden Bilder veröffentlicht und Personen darauf markiert, diese werden kommentiert und diskutiert. Zustimmung kann mithilfe des „Like-Buttons“ ausgedrückt werden. Die Geschichten werden weitererzählt und verbreitet. Es werden Vorgesetzte beschimpft und Kollegen verpfiffen, es wird gemobbt, gestalkt und schikaniert, es werden Beziehungen eingegangen und beendet, aber vor allem werden riesige Mengen personenbezogener Daten, seien es Bilder, Videos, Meinungen oder Aufenthaltsorte der Öffentlichkeit oder einem vermeintlich bekanntem Freundeskreis präsentiert.
Vielen Benutzern ist jedoch bis heute nicht bewusst, dass man mit den eigenen, privaten Daten, sensibel umgehen sollte. Oft wird vergessen, dass sämtliche bereitgestellten Inhalte im Internet dauerhaft gespeichert werden und somit auch beliebig oft reproduzierbar sind. Das betrifft beispielsweise das unvorteilhafte Profilfoto, welches auf der letzten Party aufgenommen wurde, oder allgemeine Informationen, die von Dritten missbraucht werden können.
„Nach einer Party laden Sie Fotos auf eine Website. Einige Bilder zeigen Sie im angetrunkenen Zustand. Ein paar Wochen später bewerben Sie sich für einen neuen Job. Zuvor durchsuchen Sie das Internet nach Angaben zu Ihrer Person, die sich nachteilig auf Ihre Bewerbung auswirken könnten. Dabei stoßen Sie auch auf die Partyfotos. Die Bilder von Ihrer eigenen Website zu entfernen ist kein Problem. Leider müssen Sie jedoch feststellen, dass andere Partyteilnehmer die Fotos bereits kopiert und an anderer Stelle ebenfalls veröffentlicht haben. Sämtliche Kopien zu entfernen ist in der Praxis oft kaum möglich.“ – aus Ratgeber Soziale Netzwerke (2009) Ist das eigene Profil mit dem richtigen Namen versehen und in den Einstellungen zur Privatsphäre für alle Benutzer des Netzwerks öffentlich zugänglich, ist es ein leichtes Personen zu „stalken“ und an eventuell brisante Informationen zu kommen. Potentielle Arbeitgeber können so im Vorfeld ungewünschte Kandidaten aussortieren. Deswegen ist es empfehlenswert, die Einstellungen zur Privatsphäre so zu konfigurieren, dass nur die eigenen Freunde und keine außenstehenden Personen einen Einblick in das Profil haben können.

Zu den Privatsphäreneinstellungen gibt es weitere nützliche Hinweise auf anderen Seiten:

http://www.arbeiterkammer.at/bilder/d101/RatgeberSozialeNetzwerke.pdf

http://www.internet-abc.de/eltern/bin/136600-136606-1-newsletter-19-swp-schuelervz.pdf

https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/social-networks/facebook-privatsphaere-schuetzen-durch-richtige-einstellungen.html

Datenschutz

Damit die Nutzung von sozialen Netzwerken weiterhin kostenlos bleibt, werden diese durch Werbung weitestgehend finanziert. Der User wird somit über Werbebanner und gezieltes Advertising (personalisierte Werbung) zielgruppengerecht auf Güter hingewiesen. Dies geschieht, indem die zur Verfügung gestellten privaten Daten (Alter, Geschlecht, Herkunft, politische Überzeugung, Bildungsstand, etc.) genutzt werden um die Werbung passgenau auf den einzelnen User zuzuschneiden. Konkret sieht es dann so aus, dass z.B. ein bekennender Fan der „Harry Potter“-Reihe Werbung zu Büchern und DVDs von einem Onlineshop erhalten könnte.
„Als Nutzer von sozialen Netzwerken willigt man in die Verarbeitung der eigenen personenbezogenen Daten ein. Mehr noch, die Verarbeitung wird überwiegend erst durch den Nutzer selbst – indem er Urlaubsfotos hochlädt, Links postet, seine Meinung im Netzwerk äußert, etc. – initiiert. Da ja fast alles „freiwillig“ geschieht, zeigen sich Datenschutzprobleme erst auf den zweiten Blick.“(aus: academics.de „Soziale Netzwerke und Datenschutz“, 2011)
Hat man als Nutzer von Sozialen Netzwerken einmal den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zugestimmt, gibt es seitens der Rechtsprechung auch kein Zurück mehr. Kaum jemand wird sich die rund 15 Seiten der Facebook AGB im Detail durchgelesen, oder verstanden haben, welche Rechte den jeweiligen Besitzern bezüglich ihrer Daten zugesprochen werden. Den wenigsten Usern ist die Tragweite ihrer Einwilligung in die Nutzungsbedingungen tatsächlich bewusst. Wussten Sie beispielsweise, dass sämtliche von Ihnen geposteten Bilder, Texte, Fotos, Videos, selbstkomponierten Musikstücken und andere hochgeladenen Dateien, nicht länger ihrem Urheberrecht unterliegen, sondern Sie alle Rechte an Facebook abgeben? Oder dass Sie für bestimmte Anwendungen gleich für Ihre Freunde mitentscheiden, ob deren Daten weitergegeben werden? Folgendes Bild zeigt eine Anwendung für iPhone-Nutzer, die den Zugriff auf das Telefonbuch erlauben soll und gleichzeitig sämtliche Kontaktdaten aller im Telefon gespeicherten Personen (z.B. auch private Telefonnummern) an Facebook sendet. Ein weiteres Problem entsteht dadurch, dass, dass viele soziale Netzwerke in den Vereinigten Staaten registriert sind, die Nutzerverträge somit US-amerikanischem Recht unterliegen. Unter Umständen befinden sich die Server der Netzwerk-Plattformen ebenfalls in anderen Ländern, was die Sache zusätzlich verkompliziert. In naher Zukunft jedoch sollen auch US Unternehmen sich an die EU Regulierungen bezüglich Datenschutz halten (Quelle: heise.de)

Beispiel:
iPhone Anwendung überlässt sämtliche Kontaktdaten Facebook

 

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz bei sozialen Netzwerken:

http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/datenschutz-wie-facebook-daten-vernetzt-versuch-einer-versachlichung/
https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/social-networks/facebook-privatsphaere-schuetzen-durch-richtige-einstellungen.html