„Sexting“? Sexting!

Sexting setzt sich zusammen aus den beiden englischen Wörtern „sex“ und „texting“ und bezeichnet den Austausch von selbstproduzierten intimen, erotischen Fotos oder Videos via über das Internet, beispielsweise über das Smartphone oder Tablet.

Das Thema “Sexting” wird von vielen Erwachsenen als ein Tabu-Thema gesehen. Was diese nämlich unter “Sexting” verstehen ist, das ungefragte Weiterleiten und Verbreiten von Nackt-Bildern, wie auch das versenden von belästigenden Nachrichten oder Nötigung, also Straftaten. Sexting auf der anderen Seite zählt für viele Jugendliche genauso zu einer Beziehung, wie körperlich miteinander intim zu sein. In Retrospektive würden einige der aktuellen besorgten Elterngeneration selbst Sexting-Nachrichten an ihre Liebsten versenden – und das wäre auch völlig in Ordnung. Um dieses Stigma zu brechen, ist es wichtig über Go’s und No Go’s beim “Safe Sexting” zu sprechen und Betroffene auf eventuelle Gefahren und ihre Rechte hinzuweisen.

Konsens und Privatsphäre sind in jeglicher Körperlichkeit, wie auch im Austausch von Nachrichten und Bildern, am wichtigsten. Offenheit und Interesse beider Seiten sollten  beim Sexting genauso gegeben sein wie auch beim regulären Sex. Meinung dürfen sich ändern und “Nein” oder “Stop”, zählt hier nicht weniger als in einer Face-to-Face Situation. Wem es schwer fällt “Konsens” zu verstehen oder zu erklären, dem sollte dieses wunderbare Video helfen können.

Für grundlegende Informationen bietet sich der Artikel von Frau Prof. Dr. Nicola Döring, “Warum Sexting unter Jugendlichen (k)ein Problem ist” als Einführung an. Wir können nur mit Nachdruck empfehlen ihren Artikel zu lesen.

Direkt zum Download der rechtlichen Übersicht.

Oft führt der Missbrauch von vertraulichen Medienprodukten zu verheerenden Mobbingsituationen für die Betroffenen. Aus Scham und oft auch aus Angst vor negativen Konsequenzen trauen sich die Betroffenen nicht mit ihren Eltern zu sprechen. Für Eltern ist es also wichtig immer in Kontakt mit dem Kind zu bleiben und für ein gesundes Grundvertrauen zu sorgen. Eine positive Grundhaltung fördert die Kommunikationsbereitschaft des Kindes, vor allem wenn es negative Erfahrungen im Netz oder allgemein im Leben macht.

Wichtig ist jedoch auch sich bewusst zu sein, dass sich allgemein “kein Schwanz für Schwänze im Internet interessiert” – aber Nacktfotos von jungen Frauen sich leider schnell verbreiten. Auch der Verlauf der Situation ist für junge Frauen eher ein langanhaltender Prozess, während mancher junger Mann es nach einer kurzen aber intensiven Phase des Hohns und Spots hinter sich hatte.
Leider muss gesagt werden, dass auch das dafür sorgt, dass junge Männer vermehrt zu Tätern werden. Es handelt sich bei Sexualstraftaten nicht um “Kavaliersdelikte” oder “mal einen Fehler machen”. Ein ungefragtes Penisfoto ist kein Flirten!

Grundsätzlich sollten sich Eltern im Vorfeld Gedanken machen, wie die Medienkompetenz des Kindes zu fördern ist. Wenn ich meinem Sohn ein Fahrrad kaufe, übe ich zwangsläufig die Verkehrsregeln mit ihm ein. Wenn ich meinem Kind ein Smartphone zur Verfügung stelle muss ich auch da die Funktionen und den sicheren Gebrauch üben. Mein Kind muss für mögliche Gefahren sensibilisiert werden und informiert sein, welche Handlungsoptionen es gibt. Dabei geht es jedoch nicht darum, das Kind vor jeglichem Unheil zu bewahren – das wäre die so genannte “Bewahrpädagogik” und ist ebenso unrealistisch wie fehlgeleitet – sondern darum, dem Kind mögliche Konsequenzen des Handelns bewusst zu machen und ihm eine Sicherheit beim Bewegen im Netz zu geben.

 Im Folgenden ist eine Übersicht aller straf- und zivilrechtlichen Paragraphen zusammengefasst, die bei Sexting betroffen sein könnten. Wir hoffen diese können Kolleg*innen helfen, eine Situation besser einzuschätzen oder, ggf. auch dir helfen, deine eigene Situation selbst einzuordnen.