Frankfurter Buchmesse 2019

Frankfurter Buchmesse 2019

von Maxima Nickel

Bücher, Autoren und Lesebegeisterte trafen auch in diesem Jahr wieder einmal in den Frankfurter Messehallen aufeinander. Es war wieder einmal Buchmesse.

Vom 15.10. bis zum 20.10.2019 besuchten 302.000 Besucher aus 104 verschiedenen Ländern die Stände der 7.450 Aussteller in den sechs Hallen der größten Buchmesse der Welt.

Gastland auf der Buchmesse 2019 war Norwegen

Wie jedes Jahr war auch 2019 ein Gastland auf der Buchmesse vertreten und veranstaltete ein Programm zur eigenen Kultur und Literatur. Für Norwegen als Gastland bildete die Kronprinzessin Mette-Marit mit einem „Literaturzug“ den Auftakt. In dem Zug, der quer durch Deutschland fuhr, saß sie mit ihrem Mann Haakon und Schulkindern in einem Abteil und bekam Bücher vorgelesen. Mit so einem „Literaturzug“ fahre sie öfter durch ihr Heimatland, um fürs Lesen zu werben.

Die Ausstellung Norwegens beschäftigte sich vor allem mit der Polarforschung und den damit verbundenen Helden Norwegens Roald Amundsen und Fridtjof Nansen. Zu Besuch waren unter anderem die Autoren Monica Kristensen und Bjørn Ousland.

Kristensen hat selbst schon an einigen Expeditionen teilgenommen; darunter leitete sie auch eine mit dem Ziel, Roald Amundsens Zelt am Südpol zu finden. Nach einem Unfalltod eines Teilnehmers musste Kristensen jedoch abbrechen. Neben dem Interview wurde auch ihr Buch „Amundsens letzte Reise“ ausgestellt. Der norwegische Schriftsteller und Illustrator Bjørn Ousland war ebenfalls mit einem Buch namens „Reise ins ewige Eis“ auf der Frankfurter Buchmesse, was sich aber im Gegensatz zu Kristensens Werk nicht an Erwachsene richtet, sondern für Kinder konzipiert ist.

Monica Kristensen und Bjørn Ousland mit ihren Büchern auf der Buchmesse

Ebenso von einem norwegischen Autor geschrieben ist der Roman „Brave Hunde kommen nicht zum Südpol“. Hans Olav-Thyvold schreibt aus der Sicht des Cocker-Spaniels Tassen, der das menschliche Leben mit Hundeaugen betrachtet. Diese rührende Geschichte einer Freundschaft von Mensch und Tier wurde auch von dem Literaturkritiker Denis Scheck empfohlen, der auf der ARD-Bühne mit seiner Sendung „druckfrisch“ Neuerscheinungen unter kritischen Augen kommentierte und auch empfahl. Unter anderem werde im Hinblick auf Amundsens Reise zum Südpol, bei der 200 Grönlandhunde bis zur Erschöpfung getrieben wurden, auch die Schattenseite menschlichen Ehrgeizes in Thyvolds Roman aufgeworfen.

Ebenfalls Thema bei Denis Scheck war die Verleihung des Literaturnobelpreises, welche zu Gunsten des österreichischen Schriftstellers Peter Handke ausfiel. Laut Scheck sei Handke des Preises würdig und man solle sich vom Glauben befreien, dass gute Autoren meist auch gute Persönlichkeiten sind. Der Preisträger des Deutschen Buchpreises 2019 Saša Stanišić ist da anderer Meinung: die Preisverleihung Handkes wurde von dem aus Bosnien und Herzegowina stammenden scharf kritisiert.

Literaturkritiker Denis Scheck auf der ARD-Bühne

Auch sehr politisch ist der Roman „Davor und Danach“ von Nicky Singer. Diese Neuerscheinung behandelt Themen wie den Umgang mit Flüchtlingen und Klimawandel. Die Geschichte der 14-jährigen Mhairi ist hochaktuell und nimmt einen emotional mit.

WWF auf der Frankfurter Buchmesse

Zum Thema Umwelt hatte die Buchmesse nicht nur Bücher anzubieten. Die Umweltorganisation WWF hatte auf der Agora einen Stand, wo man nicht nur über den Müllverbrauch in den Ozeanen informiert wurde, sondern auch durch eine Art Tunnel gehen konnte, in dem der Gehalt an Plastikmüll verbildlicht wurde.

Auf der Agora befand sich auch das YogiTea-Lesezelt, in dem verschiedene Lesungen stattfanden. Ursula Poznanski las aus ihrem neuen Werk „Erebos 2“ vor, der zehn Jahre nach dem ersten Teil spielt. Nick ist im zweiten Teil 26 und damit erwachsen, als er das altbekannte Icon auf seinem Handy wiederfindet

Ursula Poznanski mit „Erebos 2“ auf der Buchmesse

Eine weitere Neuerscheinung des Loewe Verlags ist unter anderen der Roman „Ashes and Souls“ von Ava Reed. Diese „Paranormal Romance“ ist der Auftakt einer spannenden Buchreihe, in der ein Mädchen, das den Tod vorhersehen kann, erkennt, dass man Gut und Böse nicht immer so einfach trennen kann. Samstag und Sonntag war die Autorin zum Signieren ihrer Bücher Vorort.

Eines der großen Highlights war der norwegische Autor Jo Nesbø mit seinem neuesten Werk „Messer“. Im zwölften Band der Krimireihe stellt sich der Ermittler Harry Hole seinem neuesten Fall. Dieser düstere und emotional packende Thriller wurde von dem bekanntesten Krimiautor Norwegens auf der Buchmesse vorgestellt. Im Gespräch mit Spiegel-Moderator Knut Cordsen kam unter anderem die Tradition in Norwegen, zu Ostern Krimis zu lesen, auf. Für Kriminalautoren*innen eigne es sich dementsprechend, kurz vor Ostern ein neues Werk zu veröffentlichen.

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Auch mit dem Spiegel im Gespräch war Jackie Thomae. Ihr Roman „Brüder“ war neben Handkes „Herkunft“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019 gewesen. Thomae erzählt von der Geschichte zweier Brüder, deren Leben komplett unterschiedlich sind und beschäftigt sich mit der Frage, wie die eigenen Taten und Entscheidungen einen Menschen ausmachen.

Neben der am meisten besuchten Halle 3 waren auch die Halle 4, in der die Stände Asiens und auch die Cosplayer untergebracht waren, und die Hallen 5 und 6, auf die die internationalen Aussteller aufgeteilt waren, mit Besuchern gefüllt.

Das „Bookfest“ der Buchmesse bereitete vielen Freude; auf diesem Festival waren viele internationale Stars der Literatur und Kultur anzutreffen, und das nicht nur auf der Messe. Rund 50 Veranstaltungen fanden außerhalb des Messegeländes statt.

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